Extremlauf Karl Perchthaler läuft zehn Marathons in zehn Tagen: „Stolz auf mich selbst“

Im Ziel schwenkt Karl Perchthaler die deutsche und die österreichische Fahne.
© Foto: Foto: privat

Vellberg / Hartmut Ruffer 17.07.2019 - Quelle SWP
Karl Perchthaler aus Vellberg hat zehn Marathons in zehn Tagen absolviert. Auch bei hohen Temperaturen hat er nie ans Aufgeben gedacht.

Es war ein ganz tolles Erlebnis. Ich bin selbst stolz auf mich.“ Karl Perchthaler hat zehn Marathonläufe in zehn Tagen absolviert. Das Extrem-­Event im österreichischen Bad Blumau schloss der 63-jährige Vellberger als Dritter in der Gesamtwertung ab. „Das ist die Krönung des Ganzen.“

Er habe es sich härter vorgestellt, als es letztlich war. „Natürlich hatte ich auch ein paar Wehwehchen, aber ich war nie an dem Punkt, an dem ich dachte, dass ich aufgeben müsste.“ Besonders hart sei der zweite Tag gewesen, als die Temperaturen weit höher als 30 Grad waren. „Das war eine Herausforderung für jeden. Ich bin auf der Asphaltstrecke dann immer gegangen“, erinnert er sich.

13 Männer und 4 Frauen absolvierten alle zehn Marathonläufe. Die Athleten liefen die ersten sieben Tage immer 5-Kilometer-Schleifen. „Ich habe mir die Rennen immer in Drittel eingeteilt. Meist hat mich meine Frau Beate auf dem zweiten Drittel mit dem Fahrrad begleitet. Auch wenn wir uns nicht immer viel unterhalten haben, war es gut zu wissen, dass hinter mir immer jemand war, der auf mich aufpasste.“

Nach den Läufen erholte er sich in der benachbarten Therme. Die Läufer erhielten von den Betreibern einen Sonderpreis. Spätestens um 20 Uhr war Bettruhe, um wieder fit für den nächsten Tag und den nächsten Marathon zu sein.

Die Verpflegung sei hervorragend gewesen, noch besser war nur der Zusammenhalt der Läufer. „Das war wie eine schöne, große Familie.“ Besonders beeindruckt war Perchthaler von Ewald Zauchinger. Der Österreicher, Jahrgang 1956, lief die zehn Marathons mit einem künstlichen Knie. „Er war wie in Trance auf der Strecke. Sein Laufstil sah so aus, als ob er keine zehn Kilometer durchhalten könnte.“ Nach der Siegerehrung machte Zanzinger seiner langjährigen Lebensgefährtin einen Heiratsantrag. Auch das habe die Zeremonie so besonders gemacht, berichtet Karl Perchthaler.

Der 63-Jährige kann sich vorstellen, sich erneut so einer Herausforderung zu stellen, wenn auch nicht direkt nächstes Jahr.

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